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Julian Jänicke in App Entwicklung

Das Jahr 2016 für App Programmierer in Zahlen

Wir haben vor geraumer Zeit bereits darüber geschrieben, was wir für 2016 beim App Entwickeln erwarten können. Doch nach diesem ganz persönlichen Ausblick möchten wir Euch nun einige Daten zu Gemüte führen, die für jeden App Programmierer interessant sein dürften, aber auch jenen eine Entscheidungshilfe bieten können, die darüber nachdenken, in der nächsten Zeit ihre Visionen entwickeln zu lassen. Dabei stützen wir uns auf das soeben erschienene State of Mobile App Developers 2016 von InMobi, bei dem über 1000 Entwickler aus 155 verschiedenen Nationen befragt wurden.

App Programmierer

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Markt mit mobilen Anwendungen immer noch ein sehr junger Markt mit starken Wachstumsraten ist. Dies war 2015 der Fall und wir haben keinen Grund zur Annahmen, es wäre im neuen Jahr anders.

Das Profil vom App Programmierer

Das erste Teilergebnis des angesprochenen Surveys erzählt uns viel über uns selbst: Wenn wir Mobile Apps entwickeln, sind wir wahrscheinlich männlich und zwischen 31 und 35 Jahren alt. Lediglich 6% der App Entwickler sind weiblich – schade! Wir laden alle Frauen ein, dem Club beizutreten! Zwar ist der Anteil der Frauen in der Berufsgruppe in den USA auf 12% angewachsen, aber gleichzeitig in Europa auf 3% gesunken. Doch egal, ob man Europa oder die USA betrachtet: Bei den weiblichen Entwicklern gibt es noch viel Luft nach oben.

Bezogen auf das Alter erfahren wir, dass 46% aller Entwickler zwischen 23 und 34 Jahre alt sind, wobei das Durchschnittsalter bei 33 Jahren liegt. Im Anbetracht der Tatsache, dass die Branche erst wenige Jahre alt und relevant ist, kann dies kaum überraschen. Auffällig ist, dass insbesondere die Entwickler aus dem asiatisch-pazifischen Raum durchschnittlich sehr jung sind. Aus Asien werden wir in den nächsten Jahren wahrscheinlich Interessantes hören und sehen.

Arbeitsumgebung: Freelancer oder Angestellter?

Da die Branche an sich sehr jung ist, sind die meisten Unternehmen auch noch recht jung und wachsen dynamisch. Die überwiegende Mehrheit der Entwickler arbeitet als Freelancer, sind also Selbstständige.

Auch über die Größe der Unternehmen gibt die Studie Aufschluss. Lediglich 8% aller innerhalb der Studie befragten Unternehmen beschäftigen mindestens 20 Personen. Das zeigt, dass eine überwältigende Mehrheit der Entwickler allein oder in kleinen Teams arbeitet.

Welche Art von Apps erstellen die Entwickler?

Die häufigste Antwort auf diese ist so vorhersehbar wie verständlich: Mobile Games.

Mobile Spiele befinden sich wegen ihrer Beliebtheit ganz oben auf der Projektliste der meisten Entwickler, egal ob wir nach Asien, Europa oder Amerika schauen. Games machten 2015 ganze 41% aller entwickelten Apps aus. Darüber hinaus waren weitere 32% Projekte für die Entwicklung von Entertainment-Apps.

Die Entwicklung eigener Apps für kommerzielle Unternehmen machte hingegen lediglich 8% der entwickelten Anwendungen aus. Dieses Ergebnis hat uns überrascht. Denn wir haben immer häufiger größere Unternehmen als Kunden, die erkannt haben, wie vielfältig eigene Mobile Apps das Unternehmen unterstützen können. In diesem Segment scheint sich also einiges zu bewegen und wir erwarten für 2016 hier das mit großem Abstand stärkste Wachstum.

Welche Betriebssysteme sind im Trend?

Blöde Frage, nächste Frage! Das werden viele von Euch denken. Zu klar ist die Vormachtstellung von Android auf dem Markt der Mobile Apps. Richtig? Vollkommen! Das Problem ist, dass sich das noch nicht in alle Winkel herumgesprochen zu haben scheint. Immer wieder kommen Kunden auf uns zu, die native Apps statt Web Apps natürlich für iPhone und Android, aber bitte doch auch mindestens für Windows Phone und wenn’s geht auch gleich noch für Blackberry entwickeln lassen möchten.

Wir müssen immer darauf hinweisen, dass lokal und global betrachtet die Entwicklung für andere OS als Android schlicht nur in Ausnahmefällen sinnvoll ist.

Bei Entwicklern hingegen ist diese Erkenntnis bereits angekommen. Hier ein paar Zahlen zur Unterfütterung unserer Argumente: 42% aller Mobile Developer besitzen eine bis drei Android Apps in Google Play, während nur 28% aller Entwickler eine bis drei iOS Apps im Apple Play Store veröffentlicht hat.

Die Fokussierung der Entwickler auf Android ist nicht zufällig. Sie wollen Geld mit ihren Anwendungen verdienen. Daher suchen sie sich das OS mit der größten Reichweite. Erst danach kommt iOS und eventuell auch einmal Windows Phone oder Apps für den Kindle Store.

App Programmierer

Ein weiterer Grund für die Wahl von Android durch Entwickler ist, dass Android viel offener ist, wodurch viele junge Entwickler mit der Programmierung für Android anfangen. Zum Lernen ist Android aufgrund des Open-Source-Charakters und der guten Dokumentation am besten geeignet. Generell kann man festhalten, dass Android und iOS den Markt seit langem bestimmen und auch in diesem Jahr bestimmen werden.

Lohnt sich das Programmieren?

Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte für App Entwickler. Lohnt sich die Arbeit finanziell? Ob ein Mobile App Programmierer genügend verdient, um davon leben zu können, hängt von vielen Faktoren ab.

Statistisch gesehen, lässt sich feststellen, dass die meisten Experten in dieser Branche um die Eintausend Dollar monatlich einnehmen. 55% der App Entwickler verdienen ca. 1000$/Monat. Doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu betrachten. Erstens beschreiben diese Angaben nicht das reale Einkommen und außerdem bestehen bekanntermaßen extreme Unterschiede bei den Löhnen in dieser Berufsgruppe. Ein unerfahrener Freelancer verdient selbstverständlich nur ein Bruchteil dessen, was ein Angestellter eines renommierten Teams mit mehrjähriger Erfahrung erhält.

Downloadzahlen und Monetarisierung von Apps

Weltweit betrachtet generiert die Standard-App nicht mehr als 6.000$. Die Durchschnittserlöse liegen je nach Plattform zwischen fünf- und zehntausend Dollar.

Paradoxerweise ist es Windows Phone, was hier den besten Wert mit durchschnittlich 11.500$ aufweist. Obwohl es nicht viele Anwendungen und User auf dieser Plattform gibt, haben die Apps viel Einkommen generiert. Eine mögliche Erklärung wäre, dass nur die lohnendsten Apps auch für Microsofts OS entwickelt werden. Der Trend aus 2015 zeigt aber hierbei nach unten.

Doch trotz dieses Beispiels gilt eine Regel: Kein Einkommen ohne Download. Schätzungsweise werden nur mit 5% der User von kostenlosen Apps Einkommen durch integriertes Shopping oder Freemium-Modelle generiert. Dieser geringe Prozentsatz zeigt, dass wir sehr viele User benötigen, damit mit einer Mobile App Gewinn gemacht werden kann. Ein wichtiger Faktor sind In-App-Käufe. Laut App Annie sind In-App-Käufe für näherungsweise 50% aller generierten Einnahmen verantwortlich.

Der Erfolg einer App ist noch immer kompliziert

Wir können in unserem Blog nicht oft genug darauf hinweisen, dass die Entwicklung einer erfolgreichen App mehr bedeutet, als die Codes zu schreiben und am Design zu basteln. Ohne Businessplan und ausgefeilter Marketingstrategie funktioniert ein Geschäft nur höchst selten. Warum sollte dies nicht für einen der härtesten und dynamischsten Märkte überhaupt gelten? Das Businessmodell und das Marketing stehen in einer interdependenten Beziehung zur Programmierung und dem Design einer App. Wer dies nicht professionell und seriös von Anfang an plant, hat keine Chance am Markt!

Auch die Studie von InMobi kommt zu dem Schluss, dass die Monetarisierung von Apps ein schwieriger Akt ist. Daher sollte jeder, der seine App Entwicklung als Investment und nicht als Spielerei ansieht, eine hervorragend ausgearbeitete Strategie zur Monetarisierung definieren und sich dabei im Zweifel an Profis wenden.

43% der befragten App Programmierer stimmen zu, dass es sehr wichtig sei, einen Teil des Budgets in das Marketing der Anwendung im Anschluss an die Entwicklung zu investieren. Für 21% der Entwickler ist das Design der App das wichtigste für den Erfolg der Anwendung. Doch Tatsache ist, dass das genau die Aspekte sind, bei denen Programmierer oft nicht die besten Experten sind. Daher empfehlen wir immer, dass das Design und das Marketing besonders bei großen Projekten von zusätzlichen Experten unterstützt werden.

Doch zum Abschluss möchten wir Euch trotz unserer Ausführungen Mut machen. Der Markt mit Mobile Apps befindet sich auf einem andauernden Weg bergauf, wobei der Gipfel noch nicht einmal mit dem Fernglas zu sehen ist. Das soll heißen, dass für alle ein Stück Kuchen bereit liegt. Wir müssen nur lernen, auf welche Weise wir ein Stück bekommen können. Wir müssen erkennen, welche Neuerungen und Innovationen uns helfen, ganz nach oben zu klettern. Bist Du bereit für diese Challenge?

App Programmierer

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