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App Design: Die Bedeutung der Typografie

Wenn wir in unserem Blog ĂŒber das App Design sprechen, dann geht es uns nicht um kurzweilige Trends, nach denen das eine oder andere Element gerade hĂ€ufig von den erfolgreichen Apps verwendet wird. Uns geht es vielmehr um die Struktur – um das Skelett der Mobile App. Beim App Design gibt es einige wichtige unumstĂ¶ĂŸliche Gesetze zu beachten, die existentiell fĂŒr die Usability, und somit fĂŒr den Erfolg, einer App ist.

Die Typografie erfolgreicher App unterliegt jedoch einem Trend. Weiter unten könnt Ihr erkennen, wie sich die Typografie einer App innerhalb weniger Jahre geĂ€ndert hat. Dies liegt allerdings nicht an einer Modeerscheinung, sondern vielmehr daran, dass der Typografie heute endlich der Stellenwert zugesprochen wird, den sie verdient. Jahrelang hat die Typografie eine untergeordnete Rolle gespielt. Nun haben die meisten Designer erkannt, wie sehr die FunktionalitĂ€t einer Mobile App von der richtigen Wahl der Schrift abhĂ€ngt. So werden immer mehr bestehende Mobile Apps angepasst und erscheinen fĂŒr den User durch eine paar wenige Kniffe sofort sehr viel hochwertiger und moderner.

Die Bedeutung der Typografie beim App Design

SelbstverstĂ€ndlich spielen Ă€sthetische Überlegungen eine Rolle beim Überarbeiten von Apps oder der Gestaltung neuer Anwendungen. Doch darĂŒber hinaus existieren vielfĂ€ltige technische GrĂŒnde, warum es wichtig ist, sein Augenmerk auch auf die Ausgestaltung der Schrift zu richten.

  • Lesbarkeit: Dieses Motiv ist das offensichtlichste, wenn es um die Schrift einer App geht. Aufgrund der kleinen Bildschirme der EndgerĂ€te ist es manchmal gar nicht so einfach, fĂŒr alle Zielgruppen die richtige Lösung zu finden, insbesondere dann, wenn die App viel Text zeigen muss. Die Mobile App der New York Times zum Beispiel wird von Menschen verschiedenen Alters genutzt und lebt von langen Texten, die fĂŒr jeden User gut erkennbar sein mĂŒssen. Einige Apps können durch den User konfiguriert werden, sodass die Schrift den BedĂŒrfnissen des Einzelnen gerecht wird.

zwei android smartphones links und rechts drei iphones

  • User Experience (UX): Letztlich geht es bei allen Punkten im Hinblick auf die Schrift in einer App um die UX. Wenn Teile der App schlecht zu lesen sind, wird der Workflow gestört, was Gift fĂŒr das Erlebnis des Nutzers ist. Ist die Schrift in der App schlecht designt, wird man keine gute UX kreieren können. Ohne gute UX werden die User die App nicht mehr nutzen und schließlich löschen.
  • ProfessionalitĂ€t: Die Typografie sollte immer mit dem Brand der App kompatibel sein und diesen im besten Fall unterstĂŒtzen. Wenn beispielsweise eine Versicherung eine verspielte, jugendliche Schriftart wĂ€hlt, wirkt dies sehr unprofessionell. Andersherum wird eine Entertainment-App mit einer sehr seriösen Schriftart nicht den gleichen Erfolg erzielen wie mit einer auf die junge Zielgruppe angepassten Typografie.

Es existieren selbstverstĂ€ndlich noch mehr GrĂŒnde, aufgrund derer die Typografie geĂ€ndert werden kann. Zum Beispiel hat jeder Entwickler und Kunde seine eigene PrĂ€ferenz. Doch wenn die drei oben genannten Punkte im Auge behalten werden, ist man mit seinem App Design schon einen großen Schritt vorangekommen. Diese drei Punkte kann und sollte man gut in einer Testphase von Fremden bewerten lassen. Hier fallen oft Schwierigkeiten auf, die die an der Entwicklung Beteiligten nicht erkennen konnten.

Wie liest man eine App?

In der digitalen Kommunikation werden 95% der Inhalte in Form von Text ĂŒbermittelt. Das heißt, dass der User unbewusst und bewusst mit dem Text einer Mobile App interagiert. Selbst wenn wir nur ein App Logo betrachten, fĂ€llt uns zuallererst das geschriebene Wort ins Auge.

Da die User der App vor allem durch den Text zur Interaktion animiert werden, beeinflusst die Typografie maßgeblich das UI und somit die UX, letztendlich also die Usability der Anwendung. Insbesondere eine schlechte Lesbarkeit ist schĂ€dlich fĂŒr die Usability, weil die Informationen nicht oder unzureichend an den User gelangen. So wird die App nicht verstanden oder einige Funktionen werden nicht genutzt. Eine gute Typografie ist also eine Grundvoraussetzung fĂŒr den Erfolg einer App. Doch woher weiß ich, ob eine Typografie gut ist?

Die SchlĂŒsselelemente einer guten Typografie

Die Bedeutung einer guten Typografie fĂŒr ein gelungenes App Design sollte nun klar geworden sein. Allerdings haben wir uns noch nicht damit auseinandergesetzt, welche Elemente eine gute Typografie ausmachen. Im Folgenden möchten wir Euch einen ersten kleinen Guide geben, mit dem Ihr beginnen könnt:

  1. SchriftgrĂ¶ĂŸe: Der Hilfebereich von Apple gibt Aufschluss ĂŒber die empfohlene SchriftgrĂ¶ĂŸe. Bei iOS GerĂ€ten sollte die SchriftgrĂ¶ĂŸe zwischen 11 und 17 Punkten betragen, was fĂŒr Android Devices gleichermaßen GĂŒltigkeit besitzt. Aber darĂŒber hinaus mĂŒssen wir bedenken, dass wir bei Smartphones auch viel weniger Zeichen pro Linie besitzen. WĂ€hrend bei Webseiten 60 bis 75 Zeichen zur VerfĂŒgung stehen, können wir hier nur 35 bis 50 Zeichen abbilden. Beim App Design ist es eine besondere Herausforderung, die SĂ€tze nicht zu lang und kompliziert zu machen und gleichzeitig genĂŒgend Informationen zu transportieren, um dem User ein natĂŒrliches Lesen zu ermöglichen. NatĂŒrlich gibt es bei vielen mobilen Anwendungen die Möglichkeit, die SchriftgrĂ¶ĂŸe anzupassen. Doch nicht bei jeder App ist dies sinnvoll.

SchriftgrĂ¶ĂŸe der App

  1. Weißstellen: Beim App Design haben wir wirklich wenig Platz zur VerfĂŒgung, um die einzelnen Screens einer App zu planen. Dies ist ein Grund, warum viele unerfahrene Entwickler und Laien große Angst vor freien FlĂ€chen auf den Bildschirmen zu haben scheinen. Doch diese WeißflĂ€chen sind sehr wichtig fĂŒr die UX und um die Informationen richtig wirken zu lassen. Insbesondere auf sehr wichtigen Screens, die eine bedeutende Interaktion vom User verlangen, sollte der Entwickler sich auf die wirklich existentiellen Elemente konzentrieren. SelbstverstĂ€ndlich mĂŒssen die FlĂ€chen nicht wirklich weiß sein.
  1. Kontrast: Der farbliche Kontrast zwischen Buchstaben und Hintergrund ist enorm wichtig fĂŒr die Lesbarkeit. Ideal ist in Hinblick darauf schwarze Schrift auf weißem Grund oder vice versa. Allerdings sollte dies auch immer zum Brand und dem Ziel der Anwendung passen, weshalb es logischerweise erlaubt ist, ein wenig mit den Farben zu spielen. Allerdings sollte das Design an jeder Stelle auf den Kontrast hin geprĂŒft werden, weil Fehler hier gravierende Folgen fĂŒr die Usability haben und dabei sehr einfach behoben werden können.

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  1. Kanten mit Serifen oder ohne? Diese Debatte herrscht nach wie vor in der Welt des Web Design. NatĂŒrlich macht sie auch nicht vor den App Designern halt. Wenn wir die Quellen der Anbieter betrachten, wird die Sache eigentlich schnell klar: Sowohl die Quellen fĂŒr Android als auch fĂŒr iOS setzen auf Schriftarten ohne Serifen. Android verwendet Roboto, wĂ€hrend iOS sich in der Familie der Helvetica bedient. Beide Schriftarten zeichnen sich durch einfache, klare und feine Linien aus, wodurch die Lesbarkeit optimal ist. Seit dem Emporkommen der Smartwatches verwendet iOS auch die Schriftart San Francisco.

Wir sehen, dass die Typografie die Usability einer Mobile App stark beeinflusst. Beim App Design darf kein kleines Detail aus den Augen verloren werden. Insbesondere die Stellen, die unmittelbar vom User aufgenommen werden, wie die Schrift beispielsweise, mĂŒssen perfekt zur Anwendung passen, um eine perfekte User Experience bieten zu können.

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