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Julian Jänicke in App Entwicklung

Beacons-kompatible Apps erstellen

Wir lieben Innovationen und versuchen alle Neuigkeiten aus der mobilen Welt auf unser Business und unsere Leidenschaft anzuwenden: Apps erstellen! Vor einigen Jahren hat zum Beispiel die Einführung von Unity 3D schier endlose Möglichkeiten für eine Spiele App geschaffen. Heute wollen wir auf Beacons schauen, auf eine Technologie, die vor einiger Zeit sehr gehyped wurde, um die es allerdings in der letzten Zeit etwas ruhiger geworden ist. Nicht zuletzt aufgrund der Herausforderungen für die App Entwickler hat diese Technologie den richtigen Durchbruch noch nicht geschafft. Lass uns schauen, wo Chancen und Probleme von Beacons liegen!

Beacons-kompatible Apps erstellen

Was sind Beacons?

Bevor wir loslegen und uns genauer mit der Technologie befassen, sollten wir schnell sicherstellen, dass wir alle wissen, wovon bei Beacons eigentlich die Rede ist.

Beacons sind winzige Geräte, die selten größer als eine Geldmünze sind. Diese Devices senden Signale an Smartphones via Bluetooth 4.0. Über ca. 50 Meter Entfernung werden Bluetooth-Signale mit wenig Energieaufwand gesendet (Bluetooth Low Energy oder kurz: BLE)

Wie funktionieren Beacons?

Beim App programmieren müssen wir im Auge behalten, dass die Smartphones oder Tablets die Bluetooth-Verbindung angeschaltet haben müssen, damit Daten von dem Beacon empfangen werden können. Außerdem muss sich die App im Vorfeld die Berechtigung für den Zugriff auf die Bluetooth-Funktion des Geräts besorgen.

Richtig interessant wird es, wenn ein Smartphone oder ein Tablet eine App besitzt, die mit Beacons in der Umgebung kooperiert und der App der Zugriff auf die Bluetooth-Funktion gewährt wurde. Der Beacon agiert als Leuchtturm für das Endgerät. Die App wird das Signal des Beacons „erlauschen“ und das Gerät, auf dem die App installiert ist, „aufwecken“. Dabei werden noch gar keine Daten gesendet. Aber das Smartphone ist nun bereit, Daten per Bluetooth zu empfangen.

Was nun passiert, hängt ganz davon ab, wie die App programmiert wurde. Die App, einmal vom Beacon alarmiert, könnte zum Beispiel nun eine Push Benachrichtigung erzeugen und dem User eine Info zeigen.

Wofür können Beacons eingesetzt werden?

Beacons-kompatible Apps erstellen

Die meisten Anbieter betreiben mithilfe von Beacons zielgenaues Marketing oder ermöglichen Kunden Kontaktloses Bezahlen (contactless payments) via Handy. Folgend findet Ihr ein paar Anwendungsbeispiele.

  • Automatisches Check-in: Apps wie Foursquare, Yelp, Facebook, Twitter usw. könnten diese Technologie nutzen, um User automatisch an Events teilhaben lassen, in deren Nähe er sich befindet. Sobald er sich in der Nähe eines Beacons aufhält, kriegt er eine Push Notification mit dem Hinweis, dass er Teil einer Veranstaltung sein kann.
  • Bluetooth Marketing (proximity marketing): Viele Läden nutzen diese Möglichkeit heute bereits. Wenn sich ein User im Laden aufhält, erhält er über die Beacons und die installierte App eine Nachricht zu Angeboten oder einen Rabattcoupon aufs Handy. Was die Push Benachrichtigung anbietet, spielt erstmal keine Rolle. Wichtig ist, dass Kunden genau in dem Moment angesprochen werden, in dem ein beworbener Artikel direkt zum Kaufen verfügbar ist.
  • Indoor navigation: Eine Möglichkeit, den User genau zu navigieren, ohne hierfür auf ein GPS-Signal zurückgreifen zu müssen. Natürlich sind die Einsatzgebiete eingeschränkt, weil im gesamten Gebiet, durch das der User navigiert werden soll, Beacons installiert sein müssen. Mögliche Orte, an denen man diese Technologie anwenden kann, sind Parkhäuser, große Gebäudekomplexe wie Krankenhäuser oder Konzernzentralen oder auch Shoppingcenter. Genau an diesen Orten ist es teilweise schwierig, mit dem Smartphone ein GPS-Signal zu empfangen. Doch auch bei anderen Gelegenheiten, wie Messen, Festivals, Konzerten und Museen, kann diese Technologie nützlich sein.
  • Kontaktloses Bezahlen: Das Bezahlen kann mit dieser Technologie extrem vereinfacht werden. Selbstredend ist bei solch einem Vorgang immer das Hauptaugenmerk auf die Sicherheit zu legen.

Lohnt es sich, für Beacons Apps erstellen zu lassen?

Wie bei jeder technischen Innovation kann man nur von den Vorteilen profitieren, wenn man die Neuerung einzusetzen weiß. Dafür muss man alle Möglichkeiten kennen und auch ein wenig Kreativität an den Tag legen. Wagen wir einen Blick auf die wirklichen Vorteile von Beacons!

  • Geringer Energiebedarf: Durch die Nutzung von Bluetooth verbraucht das Endgerät weniger Energie als bei der Nutzung von GPS.
  • Kein Datenservice: Wir benötigen keine mobile operator data services.
  • Reichweite: Mit 50 Metern ist die Reichweite groß genug, um Kunden an den relevanten Orten zu erreichen. In geschlossenen Räumen ist eine Navigation mithilfe von Beacons sicherlich wesentlich genauer als mit GPS.
  • Einfachheit der Programmierung: Diese Technologie zu implementieren ist sehr einfach – ganz gleich ob für Android oder iOS. Wir müssen nur den Zugriff auf das Bluetooth erfragen.
  • Preis: Weder die Programmierung einer kompatiblen App noch die Installierung der Beacons ist sehr kostenaufwändig.

Allerdings haben Beacons auch Schwächen. Es ist natürlich auch wichtig, sich mit den Nachteilen auseinanderzusetzen, wenn man darüber nachdenkt, diese Technologie effizient zu nutzen.

  • Kompatible App: Beacons sind bei jedem Adressaten zwecklos, der keine entsprechende App als Gegenstück heruntergeladen hat. Ohne App keine Datenübertragung.
  • Bluetooth Standby: Auch wenn Bluetooth weniger Akku verbraucht als beispielsweise GPS, so wird beispielsweise bei einem langen Aufenthalt in einem Shoppingcenter trotzdem die Akkulaufzeit des Endgeräts merkbar unter den Beacons leiden.
  • Schlüssel-Schloss-Prinzip: Jeder Anbieter benötigt seine eigenen Beacons und seine eigene App. Man kann mit seinen Beacons nicht einfach auf Handys zugreifen, die die App meiner Konkurrenz installiert haben.

Beispiele für Apps, die Beacons verwenden

Ein Beispiel für eine App, die Beacons verwendet heißt Rubens House Museum. Diese belgische App ist eine der ersten dieser Art auf dem Markt. Vor jedem Gemälde ist in dem Museum ein Beacon installiert, der eine X-Ray Version des Kunstwerks auf die Geräte sendet. Hieran kann man schon die Möglichkeiten erkennen. Selbstverständlich könnte der Anbieter unzählige weitere Daten auf die Geräte der Besucher senden.

Beacons-kompatible Apps erstellen

Auch die neue PayPal App nutzt Beacons. Hier sehen wir die klassische Version als kontaktloses Bezahlen. In allen Läden, die teilnehmen, können User auf einfachste Art und Weise mit ihren Smartphones bezahlen.

Auch der riesige Supermarktkonzern Carrefour aus Frankreich nutzt Beacons. Hierbei geht es ihnen darum, die Bewegungen der Einkaufswagen nachzuverfolgen, um die Platzierung der Produkte zu optimieren. Jeder, der bei Carrefour schon einmal Gewürzgurken gesucht hat (stehen beim Klopapier), wird erahnen können, wie viel Beacons der Menschheit bringen können!

Die genannten Nachteile machen Beacons für die meisten Anbieter ziemlich uninteressant, weil sehr wenige Kunden sich extra eine App herunterladen werden. Deshalb ist der Hype um diese Technologie auch ein wenig abgeebbt. Allerdings zeigen Beispiele wie Carrefour, dass man mit der Technologie wirklich gute Dinge anstellen kann, wenn man weiß, die Probleme zu umschiffen.

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