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Julian Jänicke in Kunden

Die eigene App entwickeln: So verdienst Du Geld!

Wer eine App entwickeln  lassen möchte denkt häufig, dass er lediglich genügend Downloads generieren muss, um mit dem Projekt auch Geld verdienen zu können. In unserem Blog weisen wir immer darauf hin, dass man eine starke Monetarisierungsstrategie besitzen muss, um sich in den App Stores durchsetzen zu können. Denn selbst im Hinblick auf Userzahlen, generieren erfolgreiche Apps nicht selten überhaupt keinen Umsatz – dafür aber enorme Kosten. Das ist der Grund, warum wir Euch hier einen Artikel bieten möchten, der Euch einfach erklärt, wie man einen Return On Investment (ROI) mit Mobile Apps erreichen kann.

Ein Grund dafür, dass viele Kunden die Schwierigkeit des ROI unterschätzen, ist eine fehlerhafte Kosteneinschätzung: Viele denken, eine App entwickeln zu lassen, kostet ein paar hundert Euro! Dem ist natürlich nicht so. Viele Apps, die wir jeden Tag nutzen, haben weit über 50.000€ allein im ersten Entwicklungsschritt gekostet. Hinzu kommen die laufenden Kosten, die Kosten für die Weiterentwicklung und auch Aufwendungen für administrative Aufgaben für den Betreiber einer mobilen Anwendung. Wer sein Projekt von Anfang an professionell planen möchte, der sollte sich eingehend damit auseinandersetzen, was eine App kosten kann. Aber wir wollen Euch mit diesem Artikel nicht entmutigen. Ein professionelles Projekt kann sehr rentabel sein. Wie? Lest weiter und lernt die wichtigsten Strategien kennen!

Die eigene App entwickeln- So verdienst Du Geld!
Quelle: Freepik

Monetarisierung kostenloser Applikationen

Gratis-App mit In-App-Purchases

Das erste Modell ist eines der beliebtesten: Der Download der App ist generell für jeden User kostenlos. Gerade bei Android Apps ist dies in der Regel zu empfehlen. Geld verdient der Anbieter durch die Möglichkeit für die User, innerhalb der App etwas zu kaufen. Hier sind viele unterschiedliche Produkte denkbar. Vom Kauf einer kostenpflichtigen Premiumversion der kostenlosen Basis-App (freemium model) über den Kauf von Produkten (M-Commerce) bis hin zu Zahlungssystemen durch die App bei Parkautomaten oder auch an der Kinokasse stehen dem Anbieter zahllose Wege offen.

Beispiel: Ein 3D Mobile Game ist kostenlos und bietet eine Basisversion des Spiels. Der User kann die ersten drei Level kostenlos spielen und ihm wird anschließend angeboten, mehr Level hinzuzukaufen. Statt neuer Level könnte der User auch einzelne Items (neue Waffen, zusätzliche Leben usw.) kaufen. Denkbar ist auch, dass er das ganze Spiel spielen kann, dafür aber Werbung über sich ergehen lassen muss. Mit dem Download der kostenpflichtigen werbefreien Version verdient der Anbieter Geld.

Diese Monetarisierungsstrategie kann sehr erfolgreich sein. Aber der Anbieter muss sich darüber im Klaren sein, dass er den Kaufvorgang gut planen muss. Wird das Angebot falsch platziert oder die Basisversion ist nicht attraktiv genug, wird der Schuss nach hinten losgehen, weil die User den Wert der App nicht erkennen werden.

Gratis-App mit In-App-Advertisement

Die Möglichkeit mit einer kostenlosen App Geld zu verdienen, indem man in der Anwendung Werbebanner, -videos oder –popups zeigt, ist den allermeisten bekannt. Man kann von den Werbenden Geld verlangen. Oft wird ein Pay-Per-Click-System angewendet.

Das Problem hierbei ist, dass der Anbieter der Mobile App häufig auf Kosten der User Experience Werbung zeigt. Dem kann man mit der geschickten Platzierung der Werbeinhalte noch entgegenwirken.

Viel problematischer ist, dass die Analyse der Zahlen zeigt, dass die Werbung nur selten wirklich lohnend ist. Viele Werbende haben bereits bemerkt, dass nur wenige User auf die Banner und Videos klicken. Und wer darauf klickt, verlässt die Zielseite häufig bereits nach einer Sekunde wieder, weil nur versehentlich auf die Werbung geklickt wurde. Es ist folglich sehr schwierig, einen Marketingerfolg zu erzielen, wodurch die Werbenden natürlich auch nicht bereit sind, eine hohe Summe für den einzelnen Klick zu zahlen.

Freemium App

Wir haben das freemium model bereits oben erklärt. Allerdings ist dieses Modell so erfolgreich und beliebt, dass wir an dieser Stelle noch einmal genauer darauf eingehen möchten.

Im Grunde ist eine Freemium App nichts weiter, als eine kostenlose App, die man kostenpflichtig upgraden kann. Hierbei sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt. Am besten erklären wir diese anhand von Beispielen:

  • Es gibt zwei Versionen der gleichen App. Eine Version bietet die Basis. Hierbei kann man einige Dinge ins Auge fassen: Werbung wird gezeigt, die Geschwindigkeit ist niedriger, einige Funktionen stehen nicht zur Verfügung, es gibt nur die englischsprachige Version etc. Die zweite Version behebt den „Fehler“ der ersten: Sie ist werbefrei, die Performance ist besser, der User kann alle Funktionen uneingeschränkt nutzen, die Sprache kann eingestelrden usw. usf.
  • In der App können Items gekauft werden. Bei vielen Apps nutzt der User verschiedenste Items, um Aufgaben zu lösen. Allerdings stehen nur begrenzte Items zur Verfügung. Durch die Zahlung eines sehr kleinen Betrags können aber zusätzliche erworben werden. Die einfachste Möglichkeit ist, dass es eine interne Währung in der App gibt (Buttons), die man gegen echtes Geld tauschen kann. Kleiner Tipp am Rande: Es wirkt sich psychologisch positiv aus, wenn man mit wenig Geld viele Buttons bekommt. Also 1€ = 1000 Buttons, statt 1€ = 10 Buttons.
  • Zusätzliche Accounts bei dem Download der Premiumversion. Es gibt auch einige Apps, bei denen man kostenlos einen Account erstellen kann, wobei die Zahl der Accounts pro User beschränkt ist. Möchte der User allerdings weitere Accounts erstellen, muss er sich eine kostenpflichtige Version herunterladen. Wer sich nicht vorstellen kann, warum der User dies tun sollte, der erhält zwei Beispiele: In einem Fußball-Manager-Spiel hat der User einen Account und nimmt damit an einer privaten Liga teil. Er kann allerdings so nur ein Team erstellen. Wenn er mehrere Accounts hätte, könnte er unterschiedliche Teams erstellen, an mehreren Ligen teilnehmen und die App so länger nutzen. Ein weiteres Beispiel sind Programme für die Lohnbuchhaltung. Auf PCs kann man mit einer Basisversion die eigene Lohnbuchhaltung kostenlos erstellen. Will man aber auch für Klienten Konten anlegen, so muss man eine Premiumversion kaufen, um mehrere User zu registrieren. Das kann man natürlich auch auf mobile Geräte übertragen.

Uns ist wichtig zu betonen, dass diese Aufzählung bei weitem nicht komplett ist. Man kann die Anreize für den User variieren, oder auch verschiedene Modelle miteinander kombinieren. So ist eine Basisversion mit Werbung und einer kostenpflichtigen Premiumversion im Grunde eine App mit In-App-Purchases und In-App-Advertisement, aber gleichzeitig folgt sie dem Freemium-Ansatz.

Kostenlose Testsoftware

Dieses Modell ist einfach zu verstehen. Der User kann sich die App kostenlos herunterladen und zwei Wochen, einen Monat oder eine andere festgelegte Zeit nutzen. Anschließend muss er jedoch eine kostenpflichtige Version installieren, wenn er die Mobile App weiter nutzen möchte.

Dieses Modell wird bei Software für den PC sehr häufig angewendet. Bei Mobile Apps  ist es jedoch sehr selten zu finden. Nichtsdestotrotz sind Anwendungen, insbesondere im Business-Bereich, auch für mobile Endgeräte denkbar.

Der Vorteil liegt darin, dass die User diese vollkommen risikofrei testen können, wodurch ein positiver Marketingeffekt erzielt werden kann. Tipp: FALLS der User sich für die Zahlung nach der Testphase entscheidet, wird er zufrieden sein. Genau das ist der Zeitpunkt, an dem Du ihn nach einer Bewertung im App Store fragen solltest! Vermeide es hingegen, die User nach einer Bewertung zu fragen, die sich dagegen entscheiden 😉

Kostenpflichtige App entwickeln

Mobile Apps, deren Download Geld kostet, werden selbstverständlich weniger häufig heruntergeladen, wie kostenfreie Apps. Und man benötigt tausende von Downloads, um die Entwicklungskosten zu decken. Der häufigste Fehler, der bei der Entwicklung kostenpflichtiger Apps gemacht wird, ist ein simpler Rechenfehler. Auch das erkläre ich Euch anhand eines Beispiels:

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich von einem Kunden einen Businessplan zugesendet bekommen, der folgendes ausgesagt hat. Der Kunde geht von Entwicklungskosten in Höhe von 10.000€ und laufenden Kosten von 5.000€/Jahr aus. Damit benötige er mindestens 15.000 Downloads im ersten Jahr, weil er seine App für 1€ im App Store anbieten möchte. Was würde geschehen, wenn tatsächlich 15.000 User die App kaufen würden? Sie geben selbstverständlich insgesamt 15.000€ aus. Aber schafft der Anbieter deshalb den ROI? Nein! Denn von jedem Kauf, den man über die App Stores realisiert, behalten die Betreiber der Marktplätze ca. 1/3 des Geldes ein! So fehlen dem Kunden am Ende 5.000€, obwohl er, was aller Ehren wert wäre, seine Ziele erreicht hätte.

Es ist folglich sehr schwierig, die Entwicklungskosten langfristig zu decken; vor allem, wenn man die App zu fairen Preisen anbieten möchte. Aber unmöglich ist es beileibe auch nicht.

Es ist dafür aber existentiell, dass der User weiß, dass Deine App es wert ist, dafür Geld zu bezahlen. Das heißt, dass die App für eine Nische so wichtig ist, dass die User kaum anders können, als sich die App zu kaufen, oder Deine Marke ist bzw. wird so bekannt, dass die Kunden wissen, was Deine App kann.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist natürlich auch, dass diese Strategie für iOS sehr viel erfolgversprechender ist als für Android. In Google Play sind kostenpflichtige Apps die absolute Seltenheit und die wenigsten User sind bereit dazu, für einen Download zu zahlen.

Weitere Formen rentabler Mobile Apps

Manche Anbieter von Apps wollen gar nicht direkt Geld mit einer App verdienen. Große Konzerne lassen sehr häufig nur aus Imagegründen eine App entwickeln. Um Ihre Reichweite zu erhöhen und einen Marketingeffekt erzielen zu können, lässt ein Global Player teilweise eine sehr aufwendige App entwickeln und investiert Unmengen an Geld. Der ROI findet für sie indirekt statt, indem die App potentielle Kunden anspricht, das Image verbessert oder eine neue Zielgruppe erreicht.

Einen Sonderfall gibt es bei sogenannten Non-Profit-Projekten. Hier möchte eine Organisation ein Ziel erreichen, das nichts mit monetären oder anderweitig materiellen Vorteilen zu tun hat. Der Zweck der Apps ist hingegen, auf den Umweltschutz aufmerksam zu machen, Kinder und Jugendliche aufzuklären oder auch die Gesellschaft zu bilden.

Yeeply’s Tipps für Deinen Erfolg

Nachdem wir Euch gezeigt haben, wie man Geld mit Apps verdienen kann, möchten wir Euch noch ein paar Tipps mit auf dem Weg geben, die wir auch unseren Kunden immer ans Herz legen.

Die eigene App entwickeln - Amazon

Denke an die Steuern und Abgaben

Leider gibt es einige Anbieter, die das erste Mal ein Projekt „auf eigene Rechnung“ betreiben und überrascht sind, dass brutto nicht gleich netto ist. Ein Sonderfall besteht darin, dass genutzte Services aus anderen Ländern bezogen werden müssen. Denke auch daran, dass dort andere Mehrwertsteuersätze existieren könnten. Beachte auch die angesprochenen Abgaben, die man an die App Stores usw. zahlen muss.

Wähle das passende Modell für Deine App

Nicht jede Monetarisierungsstrategie passt zu jeder Mobile App. Bevor Du Deine App entwickeln lässt, solltest Du darüber nachdenken, welches Modell zu Deiner App, zu Deiner Zielgruppe und zu Deinen Zielen passt. An dieser Stelle kannst Du auch eine einfache Marktforschung durchführen: Erzähle doch einfach mal 10 Leuten grob von Deiner Idee und frage Sie, was die Personen dafür bereit wären zu zahlen. Selbst Entwicklungsabteilungen großer Firmen gehen so vor.

Verlange kein Geld für Basisoptionen

Ein häufiger Fehler ist es, vom User Geld für Features zu verlangen, die er eigentlich auch in der Basisversion nutzen kann. Wenn der User nicht einen echten Mehrwert erhält, fühlt er sich betrogen.

Mit Extra-Features von der Konkurrenz absetzen

Um eine erfolgreiche App entwickeln zu können, ist das Alleinstellungsmerkmal ein wichtiges Element. Man kann zusätzliche kostenpflichtige Features nutzen, um sich von Konkurrenz-Apps abzusetzen. Andersherum kannst Du auch schauen, für was die Konkurrenz Geld verlangt und genau das kostenlos anbieten!

Eine Mobile App ist keine Webseite

Klar! Du kannst auch eine responsive Website statt einer App entwickeln lassen. Aber wer eine Website besitzt und eine App entwickeln möchte, der muss die Besonderheiten von mobilen Anwendungen beachten und darf gerade nicht nur eine an die Oberfläche optimierte Website anbieten. Bei Mobile Apps sind die Wirkung von Bannerwerbung, die Performanceprobleme, das Userverhalten, die Entwicklungskosten usw. ganz anders als bei Webseiten. Daher muss Deine Monetarisierungsstrategie extra an Deine App angepasst sein.

Wir hoffen sehr, dass Du nun eine Vorstellung davon hast, wie Mobile Apps rentabel werden können. Wenn Du weitere Informationen für Dein App Projekt brauchst, stöbere doch einfach mal ein wenig in unserem Blog! Wir haben viele Artikel über die perfekte Userbindung und -gewinnung, ein optimiertes Mobile Marketing und Monetarisierungsstrategien und App Design veröffentlicht, die wertvolle Tipps für Dich bereithalten.

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